Die Werkstatt ruft an: Zahnriemen gerissen, Motorschaden und eine Rechnung über 1.500 Euro, die mit Abholung des Fahrzeugs fällig wird. Und Du weißt direkt: Das geben Deine Rücklagen im Leben nicht her, doch das nächste Gehalt geht erst in zwei Wochen auf Deinem Konto ein. In solchen Momenten denken viele zuerst an ein Kfz-Pfandhaus: Schnelle Auszahlung, keine Schufa-Abfrage, und das Auto dient als unkomplizierte Sicherheit. Doch so praktisch und vor allem so günstig, wie es sich viele vorstellen, ist das Beleihen eines Autos keineswegs. In diesem Beitrag zeigen wir Dir, worauf Du beim Pfandkredit achten solltest und welche Alternativen es gibt.
Ein Kfz-Pfandhaus arbeitet nach der Pfandleiherverordnung. Diese schreibt für einen Pfandkredit einen maximalen Zinssatz von 1 Prozent pro Monat vor. Auch die zusätzlichen Gebühren, die der Pfandleiher für den Geschäftsbetrieb (also beispielsweise den Verwaltungsaufwand) verlangen darf, sind durch die Verordnung gedeckelt und dürfen bei einem Darlehen bis 300 Euro beispielsweise maximal 6,50 Euro im Monat betragen. Auf den ersten Blick sieht das nach akzeptablen Konditionen und moderaten Kosten aus. Doch es gibt einen Haken.
Die wahren Kosten eines Pfandkredits
Der Knackpunkt findet sich in einer entscheidenden Einschränkung dieser Regelung. Das Gebührenlimit gilt nur bei Pfandkrediten bis 300 Euro – bei höheren Summen, wie sie bei der Verpfändung eines Autos üblich sind, unterliegt diese Vergütung der freien Vereinbarung zwischen Pfandhaus und Kunde. So kann hier eine echte Gebührenfalle entstehen, die durch einen weiteren Kostenfaktor noch verschlimmert wird. Denn bei der Beleihung eines Autos kann das Pfandleihhaus vom Besitzer eine zusätzliche Abgabe für „Aufbewahrung, Pflege und Versicherung“ des Fahrzeugs verlangen. Mit anderen Worten: Aus dem anfänglich so günstig klingenden Kredit wird am Ende ein Darlehen, das neben der Verzinsung durch zwei zusätzliche Gebühren, die vom Pfandleiher frei festgelegt werden können, verteuert wird. Alle drei Kostenfaktoren addieren sich über die gesamte Laufzeit auf und machen einen Pfandkredit zu einem „teuren Spaß“.
Zu dem rein kostentechnischen Manko eines Pfandkredits kommt noch ein ganz praktischer Nachteil hinzu: Ein Pfand im rechtlichen Sinn setzt nach § 1205 BGB die Übergabe der Sache an den Gläubiger voraus. Wer sein Auto verpfändet, muss es also als „Faustpfand“ beim Pfandhaus abgeben. Was beim Beleihen von Omas Schmuck kein Problem darstellen dürfte, wird beim Verpfänden des eigenen Autos zu einem entscheidenden Hindernis, denn die Übergabe bedeutet, das Fahrzeug für die gesamte Kreditlaufzeit nicht nutzen zu können. Für jemanden, der auf sein Fahrzeug angewiesen ist, ein entscheidender Stolperstein.
Eine klassische Ausweichmöglichkeit bei Geldbedarf ist sicherlich der Bankkredit. Wer eine ausreichende Bonität mitbringt, kann sich über einen Ratenkredit in der Regel günstiger Liquidität verschaffen als über das Pfandhaus. Der Nachteil: Banken prüfen die Kreditwürdigkeit, eine Schufa-Auskunft ist also meist Pflicht, und die Auszahlung dauert länger als beim Pfandhaus. Ansonsten gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich im privaten Umfeld Geld zu leihen, was jedoch nicht für jeden eine Option darstellt. Wer den Fokus darauf legt, sein Auto zu Geld zu machen, könnte das Fahrzeug zudem ganz regulär verkaufen. Diese Lösung geht aber mit demselben Nachteil einher wie der Pfandkredit, nur dass Du hier dauerhaft auf Dein Auto verzichten musst. Zudem kann ein Verkauf sogar noch länger dauern als ein Ratenkredit.
Eine wirklich brauchbare Alternative zum Kredit beim Kfz-Pfandhaus ist das flowCar-Modell. Dieses schließt eine entscheidende Lücke für all jene, die das Auto auf jeden Fal weiternutzen möchten oder müssen, es gleichzeitig aber als Vermögenswert einsetzen möchten. Du bekommst eine Summe bis zum aktuellen Gegenwert Deines Fahrzeugs ausgezahlt und schließt direkt einen Mietvertrag ab, um es weiter nutzen zu können. Der Unterschied zum Pfandkredit: Es gibt keine Zinsen, keine Standgebühren und keine Zusatzvergütungen. Stattdessen zahlst Du eine transparente monatliche Miete, deren Höhe Du von Anfang an kennst. Und: Dein Auto bleibt die ganze Zeit bei Dir.
| Alternative | So funktioniert’s | Auto weiter nutzbar? |
|---|---|---|
| flowCar (Sale and rent back) | Du bekommst einen Betrag bis zum Marktwert Deines Autos ausgezahlt und mietest es sofort zurück | Ja |
| Ratenkredit bei der Bank | Klassischer Kredit, Auto bleibt unangetastet | Ja |
| Privatkredit im Familien-/Freundeskreis | Meist zins- oder kostengünstig, schriftliche Vereinbarung wichtig | Ja |
| Klassischer Autoverkauf | Veräußerung an privaten oder gewerblichen Käufer | Nein |
| Kfz-Pfandhaus | Auto wird als Pfand im Pfandhaus hinterlegt und bleibt für die Laufzeit dort | Nein |
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